Lange Zeit schon stand der Hochunters im nördlichen Dachsteingebirge nun schon auf meinem Tourenplan, auch wenn ich nicht wußte, ob überhaupt, und wenn ja, wie und wo man diesen Gipfel, südwestlich des Ödensees gelegen, am Besten und Einfachsten ersteigen könnte.
Am Donnerstag, dem 25.02.2010 war strahlender Sonnenschein prognostiziert und deshalb hatte ich mir für diesen Tag frei genommen. Aber wie so oft hielt sich heute das Wetter ärgerlicherweise nicht an die Vorhersage – zumindest nicht am Vormittag. Aber das konnte den Taten- und Wandererdrang bei Ingrid, mir und den Leihhunden Nico und Sammy nicht bremsen.
Etwas anders dürfte sich das Wetter mit leichtem Schneefall bzw. Regen am frühen Morgen kurz nach unserem Aufbruch beim Ödensee in der Gemeinde Pichl-Kainisch auf das Gemüt eines “eigenartigen” Schitourengehers ausgewirkt haben, der grußlos und mit raschem Schritt an uns vorbeizog.
Als er uns passiert hatte, wurde der Grund für sein (behandlungswürdiges?) Gehabe deutlich, als er uns anschnauzte, weil wir in “seiner” Spur gingen, an der er jetzt 14 Tage gearbeitet hatte. Also ganz ehrlich: Wenn ich in 14 Tagen nix Gscheiteres zusammenbring, würd ich es ganz lassen.
Abgesehen davon, dass in den Hohlwegen weiter oben im Wald die Spur ohnehin total zerfahren und damit unkenntlich war, sanken wir am Morgen kaum 5 Millimeter tief ein. Etwas anderes war es am Nachmittag beim Abstieg bei frühlingshaften Plusgraden, als der Schnee fast sichtbar schmolz. Die Laune dieses Sportlers möchte ich deshalb im Sommer nicht kennenlernen, wenn von “seiner hart erarbeiteten” Spur nichts mehr übrig bleibt.
Nun gut, trotz all dieser Vorkommnisse genossen wir das Wandern in der Natur. Bis zum Hocheck und noch ein Stückchen weiter folgten wir der Schimarkierung auf den Hirzberg, ein sehr schöner Winterberg, den wir als Ennstaler vor allem von der anderen (südlichen) Seite kennen.
Auf einer Höhe von etwa 1.700 Meter – kaum 300 Meter von der Wanderroute zur Königreichalm entfernt – verließen wir die Schiroute und hielten uns zunächst westwärts, zogen dann aber bald einen Rechtsbogen Richtung Norden.
Über nicht ganz einfach zu begehendes Gelände, an etlichen Klüften, Spalten, Dolinen und Felsabbrüchen vorbei – einige Male mitsamt den Hunden tief im Latschengestrüpp einsinkend – erreichten wir schließlich den Gipfel des Hochunters.
Noch immer war es stark bewölkt, allmählich gelang es der Sonne aber durch die Wolkendecke zu blinzeln. Diese Wetter- und damit verbunden “Lichtbesserung” (für die Fotos) sowie das Vorhandensein eines kleinen Gipfelbüchleins am eher selten besuchten Hochunters ließen in uns eine Hochstimmung aufkeimen.
Gemeinsam mit unseren Leihhunden genossen wir das mitgebrachte Obst (auch die Hunde lieben Äpfel) sowie die Aussicht über das weite Hügelgelände des Kemetgebirges.
Dem Anstiegsweg folgend kehrten wir in vielfachem Auf und Ab wieder zurück zum Hocheck. Von hier gings dann recht einfach – vorbei an den Hütten bei der “Schwarzen Rast” – durch den Wald zurück ins Tal. Der Schitourengeher war mittlerweile auch abgefahren, allerdings hat er nicht sonderlich Acht gegeben auf seine Spur.
Achja – ist ja “seine” Spur und mit der kann er ja machen, was er will.
Weitere Informationen zu dieser Tour:
Alle Tourenfotos im Tourenalbum
Sonstige Tourentipps vom Ausgangspunkt Ödensee:
Schitour Ausseer Zinken
Schneeschuhtour Ausseer Zinken
Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian
Tags: Bad Mitterndorf, Dachsteingebirge, Ödensee, Pichl-Kainisch, Steirisches Salzkammergut